Narzissmus

Narzissmus ist im eigentlichen Sinne eine Persönlichkeitsstörung, die bereits im Kindesalter vorliegt und als nicht behandelbar gilt - weil Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung i.d.R. keinen Leidensdruck haben und daher auch nicht das Bedürfnis nach Therapie verspüren.

 

Allerdings wird der Begriff Narzisst derzeit inflationär verwendet und auch Menschen überstülpt, die zwar durchaus eine narzisstischen Umgangsstil präsentieren, aber keinesfalls mit der konkreten Diagnose zu belegen wären. Dies wäre auch einer ärztliche Begutachtung vorbehalten.

 

Fakt ist jedoch, dass immer mehr Menschen sich dazu bekennen, Leidensdruck zu empfinden durch Menschen in ihrem Umfeld die mehr oder weniger ausgeprägten Eigenarten an den Tag legen: in er Partnerschaft, in der Familie oder im beruflichen Umfeld.

 

Die Narzisstische Persönlichkeitsstörung (NPS) wird so definiert:

  • Überhöhtes Selbstwertgefühl: Personen mit NPS halten sich für besonders, einzigartig und anderen überlegen.
  • Bedürfnis nach Bewunderung: Sie verlangen übermäßige Anerkennung und Bewunderung von anderen.
  • Mangel an Empathie: Sie zeigen wenig Verständnis oder Rücksichtnahme für die Gefühle und Bedürfnisse anderer.
  • Ausbeutung in Beziehungen: Andere Menschen werden oft als Mittel zum Zweck benutzt, um die eigenen Ziele zu erreichen.
  • Arroganz und Überheblichkeit: Sie verhalten sich oft herablassend und glauben, dass sie besonderen Respekt verdienen.

Narzisstische Verhaltensweisen können sich im täglichen Umgang so zeigen:

  • Anmaßendes Verhalten
  • Herabwürdigung
  • Kontrolle
  • Unzureichende Konfliktfähigkeit mit Rückzügen, diese als Bestrafung
  • On-Off-Beziehungen
  • Beziehungsunfähigkeit

Narzissmus kann sich bei Männern und Frauen durchaus unterschiedlich zeigen.

Der oben beschriebene, sog. offensichtliche Narzissmus findet sich nach meiner Erfahrung eher bei Männern. 

Verdeckter Narzissmus, auch als „vulnerabler Narzissmus“ bekannt, ist eine subtilere Form des Narzissmus. Menschen mit verdecktem Narzissmus neigen dazu, weniger nach außen gerichtete Großartigkeit und Überlegenheit zu zeigen, sondern eher introvertiert, sensibel und verletzlich zu wirken. Trotzdem haben sie ähnliche Bedürfnisse nach Anerkennung und Bewunderung wie offen narzisstische Personen. 

  • Überempfindlichkeit: Kritik oder Zurückweisungen werden sehr persönlich empfunden und fürht zu (tiefer) Kränkung
  • Selbstbezogenheit: Trotz einer nach außen hin bescheidenen oder demütigen Erscheinung sind verdeckte Narzissten stark auf sich selbst fokussiert und haben eine übermäßige Beschäftigung mit ihren eigenen Problemen und Gefühlen.
  • Geringes Selbstwertgefühl: verdeckter Narzissmus ist oft von Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühlen geprägt. Diese Personen suchen Bestätigung, um ihre inneren Unsicherheiten zu kompensieren.
  • Passiv-aggressives Verhalten: Verdeckte Narzissten können dazu neigen, ihre Feindseligkeit und Aggression indirekt auszudrücken, beispielsweise durch passiv-aggressive Kommentare oder Verhalten.
  • Übermäßige Bedürftigkeit: starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Aufmerksamkeit, das jedoch auf subtile Weise zum Ausdruck gebracht wird, z.B. durch das Einfordern von Mitgefühl und Unterstützung.
  • Neid und Missgunst: tiefer Neid auf andere und das Gefühl der Ungerechtigkeiten und des "zu-kurz-kommens"

 

Diese Art des Narzissmus ist deutlich schwerer zu durchschauen - aber nicht minder schwerwiegend in der Auswirkung auf Partner und Familie. Zumal das erweiterte Umfeld die Dynamik hinter dem Verhalten dieser auf den ersten Blick meist als sehr liebenswürdig eingeschätzten  Person nicht erkennt. Das führt dazu, dass die direkt davon Betroffenen nicht auf das notwendige Verständnis treffen, sondern als "undankbar, zu empfindlich oder zu anspruchsvoll" abgestempelt werden.

Dies verstärkt bei den Betroffenen noch das Gefühl der Unzulänglichkeit und des Versagens. Auch entwickelt sich in solch toxischen Beziehungen zumeist eine ungesunde Abhängigkeit, die selbst bei Erkenntnis der Notwendigkeit einer Distanzierung bzw. Trennung diese meist erschwert oder über längere Zeit nicht möglich macht. 

 

Geht man möglichen Ursachen für toxischen Beziehungen auf die Spur, findet sich in fast allen Fällen bereits in der Herkunftsfamilie ähnliche Strukturen. Hier kann die Hypnose wertvolle Hilfestellung geben, um die Affinität für Menschen, die uns auf toxische Weise begegnen, konkret zu wandeln.