Hochsensibilität

Viele Menschen haben das Gefühl in sich "anders" zu sein.

Sie nehmen ihre  Umwelt offenbar intensiver wahr als viele Mitmenschen, die Sinne laufen auf Hochtouren: hören, sehen, fühlen, riechen. 

Belastende und auch beglückende Emotionen gehen tief und benötigen oft mehr Raum für die Verarbeitung.

Große Empathie ermöglicht tiefe Beziehungen und Mitgefühl und erfordert zugleich ein gesundes Maß an Abgrenzung.

Intuitives Wahrnehmen von Situationen führt zu einem guten Überblick, führt aber auch zu Verstrickung in Details.

 

All das kann, neben vielen weiteren Merkmalen, ein Indiz für eine gewisse höhere Sensibilität (Hochsensibilität - HSP) sein. Wobei dies nicht als Schublade verstanden sein sollte, sondern als Hinweis auf besondere Befähigungen und Persönlichkeitsmerkmale, die es zu erkennen gilt. Belastend ist für Hochsensible oft ein niedriges Selbstwertgefühl, welches meist begründet ist in dem Gefühl, abgelehnt zu werden oder "nicht-richtig-zu-sein". Dies kann sich in nahezu allen Lebensbereichen blockierend auswirken.

 

Zugleich ist z.B. große Empathie eine Gabe, die in allen zwischenmenschlichen Belangen im privaten und auch beruflichen Umfeld ein großes Potential darstellt, welches allerdings auch ein ZUVIEL an Zuwendung und zur Verausgabung führen kann. Hier gilt es, ein gutes Maß zu finden. NEIN-Sagen können ist für HSP oft sehr schwierig.

 

Betroffenen ist oft gar nicht bewusst, das ihr System "anders" funktioniert. Sie glauben, auch ihre Mitmenschen ticken so oder ähnlich. Das führt zu Missverständnissen und so leiden HSP oft unter Unverständnis und vermeintlicher Rücksichtslosigkeit ihrer Umfeldes: "was du schon wieder hast" oder "stell dich nicht so an".

 

So ist es also wichtig, zunächst mal diese Besonderheit der Persönlichkeit bei sich zu erkennen und dann zu schauen, welches Lebens- und Arbeitsbedingungen dem hochsensiblen Menschen dienlich sind, damit er seine Gaben voll entfalten kann und andererseits den nötigen Raum für Rückzug vorfindet. 

 

 

Hochsensibilität liegt häufig in der Familie und tritt oft im Zusammenhang mit der Stoffwechselstörung HPU auf. Diese sollte therapeutisch begleitet werden, was dann auch eine gute Unterstützung für die Hochsensibilität sein kann.